Eilige Petition!!!

Vielleicht kennt der eine oder die andere bereits die Petition des Philologenverbandes Baden-Württemberg, die wir Ihnen heute ans Herz legen möchte. 

Unser Wilhelmi-Gymnasium in Sinsheim gehört zu den G8-Regelschulen in Baden-Württemberg, die in besonderem Maße betroffen sind von dem Nebeneinander mit zwei G9-Modellschulen. Wir befinden uns geografisch zwischen zwei benachbarten "Versuchsschulen", die zudem noch bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Sinsheim aus zu erreichen sind. Die beruflichen Gymnasien vor Ort ermöglichen den Vorgaben und Vorstellungen der Landesregierung entsprechend ein G9 auf Umwegen. Viele Eltern nutzen diese gegebenen Möglichkeiten, um den Weg ihrer Kinder zum Abitur zu entschleunigen. Das merkt unser Wilhelmi deutlich an den Anmeldezahlen für neue Fünftklässler. 

Aber es geht gar nicht um das Wilhelmi-Gymnasium hauptsächlich, es geht nicht um einzelne Schulen. Es geht um viel mehr.

Die Bildungsdiskussion, die sich mit Einführung der G9-Modellschulen im Schuljahr 2012/13 noch einmal richtig aufgeheizt hat, kommt nicht zur Ruhe. Und egal wie man persönlich stehen mag zum G8 und zum G9, empfinden wir es als nicht gerecht, dass einige wenige allgemeinbildende Gymnasien (und damit auch einige wenige Eltern für ihre Kinder) die Geschwindigkeit zum Abitur wählen dürfen und viele andere nicht. Es muss gleiches (Wahl-)Recht gelten für alle, auch damit das so wichtige konstruktive Miteinander der verschiedenen Schulen im Sinne aller Schülerinnen und Schüler wieder gewährleistet ist, das im Moment massiv gestört wird durch die härter werdende Konkurrenz um Anmeldezahlen. Es geht um ein ausgeglichenes Gefüge in der Schullandschaft. Und es geht auch darum, ein Zeichen zu setzen gegen politische Willkür in der (Bildungs-)Politik mit Entscheidungen am Willen der Bürgerinnen und Bürger vorbei. 

Es geht darum, wählen zu dürfen. Wurden bislang die Wünsche von ca. 80 % der Eltern im Land ignoriert, haben wir doch jetzt eine Möglichkeit, unsere Meinung kundzutun und unseren Wünschen Nachdruck zu verleihen. Mit einer Wahlfreiheit könnten in jedem Schuljahr die Eltern der neuen Fünftklässler bei der Anmeldung ihrer Kinder entscheiden, ob sie G8 oder G9 wählen. Jeder Jahrgang hätte an jedem allgemeinbildenden Gymnasium die gleichen Möglichkeiten bei der Anmeldung. Und das, was die Mehrheit der Eltern entscheidet, fände für die Kinder dann statt - was auch immer das sein mag: nur das eine oder nur das andere oder beides parallel. Mehrheitsentscheid eben. Es geht um die Gestaltung eines Punktes der Schulpolitik für (zunächst einmal) die nächsten fünf Jahre. Es geht um die zukünftigen Schülerinnen und Schüler, die an einem allgemeinbildenden Gymnasium ihre Hochschulreife erlangen wollen.

Noch laufen die Koalitionsverhandlungen u. a. zu diesem Thema. Aber die Zeit drängt. Wie der RNZ vom heutigen Tage zu entnehmen war, sollen doch bereits am kommenden Wochenende die ausstehenden Punkte geklärt sein. Dann ist die Möglichkeit, vielleicht noch politische Entscheidungen beeinflussen zu können, vorbei. 

Persönlich und im Namen des Elternbeirats des Wilhelmi-Gymnasiums Sinsheim bitten wir um Unterstützung der Petition für eine ausgewogene (gymnasiale) Schullandschaft, die nicht nur unserem Wilhelmi sehr zugute käme.

Herzliche Grüße

Sabine Hoppe und Judith Rabetge